Ruhrstadt-Imker e.V.- Bochum/Ruhrgebiet
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Imkern im Jahresablauf

Imkerliche Arbeiten

Die Haltung und Führung von Bienenvölkern besteht im Wesentlichen daraus, dass der Imker:

Wächterbienen mit Varroamilben

  • jedem Bienenvolk eine geeignete Wohnung (=Beute) bereitstellt und deren Größe während des Jahres an die Stärke des Volkes anpasst,
  • eventuell durch Wanderung für ausreichende bzw. fortlaufende Tracht sorgt (ihre Prognose setzt entsprechende Beobachtung voraus),
  • das Schwärmen verhindert (weil ein abgeschwärmtes Bienenvolk keinen Honig mehr bringt und der abgegangene Schwarm dem Tode geweiht ist, wenn er nicht eingefangen, in eine Beute eingeschlagen und versorgt wird),
  • jedes Jahr Jungvölker bildet (als Ersatz für ausfallende oder aufzulösende Wirtschaftsvölker),
  • die entnommenen Honigvorräte durch Fütterung von Zuckerwasser oder Sirup ersetzt und
  • die Völker vor Schaden durch Krankheiten und Schädlinge bewahrt, von denen die Varroamilbe besonders gefährlich ist.

Dieser Schwarm wurde gefangen

Alle Eingriffe orientieren sich an der Biologie des Bienenvolkes, das wie kein anderes Nutztier von seiner Umwelt abhängig ist, was sich an vielen Eigenschaften, besonders an der von dem Wechsel der Jahreszeiten geprägten Volksentwicklung zeigt.
Diese ist gekennzeichnet durch das rasche Erstarken der Völker im Frühjahr, das die optimale Nutzung der Blütentracht (im Mai und Juni) möglich macht, aber auch unabdingbar für die Vermehrung (durch Teilung bzw. Schwärmen) und damit für die Erhaltung der Art ist, und durch das Schrumpfen der Völker im Spätsommer auf Überwinterungsstärke bei gleichzeitigem Auftreten der Winterbienen.

Quer durchs Bienenjahr

Einen interessanten Überblick gibt auch folgender Artikel:

Völkerführung im Jahresablauf

Völkerführung im Jahresablauf

Fütterung

Das Bienenjahr, das Geschäftsjahr des Imkers, lässt sich in fünf Phasen einteilen: die Spätsommer- und Herbstpflege, die Überwinterung, die Völkerführung im Frühjahr, die Völkerführung während der Schwarmzeit und die Zeit der Honigernte(n).
Die meiste Arbeit machen die Völker im Spätsommer und während der Schwarmzeit.

Mit der Pflege der Bienenvölker im Spätsommer und Herbst wird der Grundstein für den imkerlichen Erfolg im folgenden Jahr gelegt. Nach Abschluss der Spätsommer- und Herbstpflege werden die Völker im Oktober so eingewintert, dass sie jeden Winter sicher überstehen, egal ob er mild oder kalt wird, nämlich stark genug (>5000 Bienen), ausreichend mit Futter (>10 kg) versorgt, gesund, auf möglichst jungem Wabenbau und mit junger Königin.

Wirtschaftsvölker sollten vor der Auffütterung zwei Zargen (mit je 10 Waben) mit Bienen füllen und eine leistungsfähige Königin haben. Schwächere Völker werden vor oder während der Spätsommerpflege aufgelöst. Für ihren Ersatz wurde bereits im Frühsommer durch Bildung und Aufbau von Jungvölkern gesorgt. Auch diese müssen im Herbst stark genug sein. Es gilt der Grundsatz: Lieber weniger Völker einwintern und alle auswintern, als alle einwintern und weniger auswintern.

Beim Einengen der Wirtschaftsvölker wird mit der unteren Brutraumzarge der alte bzw. ältere Wabenbau entfernt. An ihre Stelle kommt die obere Brutraumzarge, der ein Zarge mit 10 jungen Waben aus dem Honigraum aufgesetzt wird. Wer jedes Jahr so vorgeht, hat keine Probleme mit der Wabenhygiene und beugt Brutkrankheiten vor. Anschließend wird einmal mit Ameisensäure gegen die Varroamilbe behandelt. Danach wird mit Zuckerwasser aufgefüttert. Jedes Volk 30 Liter Zuckerwasser im Verhältnis 3:2 oder 20 Liter Sirup. In der Summe sind das etwa 20 kg Zucker Trockensubstanz. Das ergibt ungefähr 20 kg Winterfutter in den Waben.

Varroamilben im Gemüll

Nach der Auffütterung wird ein zweites Mal mit Ameisensäure behandelt. Bei günstigen Anwendungsbedingungen ist die Wirkung hoch genug, sodass keine weiteren Maßnahmen zur Varroabekämpfung notwendig sind. Die Fluglöcher der Völker werden mit einem passendem Gitter oder Keil vor dem Zutritt von Mäusen geschützt. Damit ist die Vorbereitung auf den Winter abgeschlossen.
Im Spätherbst oder Frühwinter kann eine zusätzliche Varroabehandlung mit Oxalsäure erfolgen, die auf die brutfreie Wintertraube geträufelt wird, wenn es notwendig erscheint. Eine zuvor durchgeführte Untersuchung des Wintergemülls, bei der mit Hilfe des natürlichen Milbenabfalls der Befallsgrad an Varroamilben abgeschätzt wird, hilft bei der Entscheidung.

Das meiste Winterfutter wird im März/April verbraucht. Deshalb muss im zeitigen Frühjahr besonders bei den stärkeren Völkern darauf geachtet werden, dass sie nicht an Futtermangel leiden.

Während der Salweidenblüte werden die Jungvölker, die in einer Zarge überwintert wurden, erweitert. Die Erweiterungszarge ist mit Mittelwänden und hellen Waben ausgestattet und wird einfach aufgesetzt.

Während der Kirschblüte wird allen Völkern die erste Honigraumzarge über einem Absperrgitter aufgesetzt, das der Königin den Zugang verwehrt und so dafür sorgt, dass der Honigraum brutfrei bleibt. Das Absperrgitter begrenzt den Brutraum auf zwei Zargen, was sich nicht negativ auf die Entwicklung des Volkes und seine Honigleistung auswirkt. Es erleichtert die Schwarmkontrollen, die Ernte von Sortenhonigen, die Entnahme und Entdeckelung der Honigwaben und sorgt davor, dass im Wabenlager nur helle Waben aufbewahrt werden, die nicht vor Wachsmottenbefall geschützt werden müssen.

Während der Schwarmzeit stehen Schwarmvorbeugung und Schwarmverhinderung auf der Tagesordnung. Deshalb werden im Mai und Juni die Völker regelmäßig im Abstand von 7 Tagen kontrolliert. Dabei wird der obere Brutraum angekippt und durch Betrachten der Brutwaben festgestellt, ob das betreffende Volk schwärmen will oder nicht. Sobald Schwarmstimmung festgestellt wird, müssen alle Waben des Brutraumes nach Schwarmzellen abgesucht und diese zerstört werden.

In die Schwarmkontrollen integriert ist der Einsatz des Baurahmens. Sobald er mit verdeckelter Drohnenbrut gefüllt ist, wird er entnommen und gegen einen leeren ausgetauscht. Das dämpft den Schwarmtrieb. Außerdem dient die Drohnenbrut als Varroafalle. Wenn im Mai und Juni 3-5 Drohnenwaben geerntet werden, wird die Entwicklung des Varroabefalls spürbar gebremst, so dass keine Gefahr besteht, dass die Völker noch vor der ersten Ameisensäurebehandlung im August unter übermäßig hohem Varroabefall leiden.

Die neue Königin wird beschnuppert

Eine zweite wichtige Maßnahme zur Unterdrückung des Schwarmtriebes ist das Schröpfen, die Entnahme von Bienen und Arbeiterinnenbrut. Dieser Eingriff dient der Vorbeugung und wird in der Regel nur einmal, Ende April/Anfang Mai, durchgeführt. Mit dem von 6-10 Völkern entnommenen Material wird ein weiselloses Pflegevolk erstellt, das zur Aufzucht von Königinnen genutzt und anschließend in bis zu 20 Begattungsvölkchen aufgeteilt wird. Wenn ihre Königinnen von ihrem Hochzeitsflug zurückkehren, wächst jedes dieser Völkchen bis zum Herbst zu einem überwinterungsfähigen Jungvolk heran.

Honig wird in der Regel zweimal geerntet: das erste Mal nach der Frühjahrstracht im Mai/Juni und das zweite Mal nach der Sommertracht im Juli. Für jede Honigernte gilt der Grundsatz: nur reifen Honig entnehmen. Der Honig muss trocken sein. Der niedrige Wassergehalt ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal.

Weiterführende Tipps im Jahresablauf

"Ruhrstadt-Imker-Aktuell"

In der Rubrik "Ruhrstadt-Imker-Aktuell" gibt Dr. Gerhard Liebig ab jetzt regelmäßig wetteraktuelle Tipps zum Imkern im Jahresablauf.

>> hier geht es weiter zur "Ruhrstadt-Imker-Aktuell"

Monatsbetrachtungen von Pia in der "Bienenzucht"

Monatsbetrachtungen von Pia

Frau Dr. Pia Aumeier hat in der Fachzeitung "Neue Bienenzucht" im Jahr 2010 monatlich die Monatsbetrachtungen mit Tipps für Imker veröffentlicht.

>> hier geht es weiter zu den Monatsbetrachtungen von Pia